Honda VTR 1000

Informationen zu den 90°-V2-Modellen von Honda

  • VTR 1000 FSporttourer Firestorm
  • VTR 1000 SP-1Hondas Antwort auf Ducati
  • VTR 1000 SP-2Nachfolger der SP-1 ab 2002
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VTR 1000 F

Honda VTR 1000 F Firestorm – V2 mit gewohnter Honda Funktionalität

Honda VTR 1000 F Firestorm - einmal nicht der damaligen Trendfarbe Rot

Mit der Honda VTR 1000 F “Firestorm” starteten die Japaner einen Angriff auf das 1000 cm³ V-Twin Segment. Der Kunde erhielt mit der Firestorm einen ausreichend kräftigen Zweizylinder, der sich auch bei dem Benzinverbrauch trinkfreudig zeigte. Der 90° V-Twin leistet 110 PS bei 96 Newtonmetern Drehmoment und bietet mit der vollgetankt nur 215 Kilogramm schweren VTR dynamische Fahrleistungen. Als Gegner traf die VTR 1000 F auf Suzuki’s TL 1000 S (die Version mit Halbschale). Im Gegensatz zu dieser krankte die VTR weniger an Kinderkrankheiten, wirkte dafür aber auch etwas soft und (typisch Honda) tauglich für fast alle Fahrer. Während die TL-Modelle von Suzuki damals eher den rauen Charme inklusive Rennsport in die Waagschale warfen, punktete die Firestorm mit einem neutralen Fahrverhalten und dem kräftigen Motor vor allem auf der Landstraße.

Das sportliche Fahrwerk der VTR überzeugte dann auch mit gutem Handling und Einstellmöglichkeiten für Federvorspannung und Zugstufendämpfung an Gabel, sowie Federbein. Die 296 Millimeter Doppelscheibenbremse mit Vierkolben Bremszangen liefern eine gute Vorstellung ab und könnten lediglich in Wirkung und Dosierung etwas mehr Biss vertragen. Größter Schwachpunkt der VTR 1000 F war eine ungünstige Kombination aus kleinem 16 Liter Tank und 7-8 Litern Durchschnittsverbrauch. In der Praxis sind somit nur ungefähr 200 Kilometer Reichweite zu realisieren.

Weiche Formen, keine scharfen Kanten
Eine schönes Motorrad, mit einem etwas zu aggressiven Namen

Ducati, Moto-Guzzi, Buell, Suzuki oder doch Honda?

In der Summe stellt die Firestorm so ziemlich den besten Mix aus verschiedenen Modellen verschiedener Hersteller da. Nur ohne die typischen Eigenheiten und Macken der Konkurrenz. So muß man keine verspannte und schmerzende Kupplungshand wie bei der Ducati fürchten. Oder daß man seine Beine nicht mehr spürt wie Moto-Guzzi und deren missglückten Kniewinkel. Oder ständig Angst haben muß, daß den Motor das Zeitliche segnet wie bei Buell, weil Hitzeprobleme den hinteren Zylinder quälen. Fahrer eine VTR 1000 F werden darüber nicht klagen. Die Sitzposition saugt einen regelrecht ins Fahrzeug, der Nacken schmerzt nicht und trotzdem fährt sich alles einfach und unkompliziert – typisch Honda eben. Fahrverhalten und Bremsleistung reihen sich perfekt in die Liste der Pluspunkte ein. Dieses Motorrad funktioniert mit fast jedem Fahrer und benötigt keine eingeschworenen Spezialisten.

Understatement pur - die VTR 1000 F kontert nicht mit Kriegsbemalung

Damit ist auch diese Honda einfach eine Honda. Gegen den Zweizylinder lässt sich nichts sagen, bis auf den bereits angesprochenen hohen Benzinverbrauch. Vielleicht dringt ihr die Emotion nicht aus jeder Pore, aber dafür kann man sich den Weg zum Fahrwerksspezialisten und das gesparte Geld lieber in zwei soundstarke Endschalldämpfer investieren. Mit dem richtigen Sportauspuff tönt auch die sanfte Firestorm auf einmal sehr kernig. Der Feuersturm eigenet sich perfekt für den täglichen Swing über die Landstraße, oder um gelegentlich ein Rennstreckentraining zu absolvieren. Zu was er nicht unbedingt taugt sind Fahrten zum Flanieren vor dem Eis Café – wer damit leben kann, bekommt für vergleichsweise wenig Geld viel Motorrad. Die VTR 1000 F überlebte mit ihren Tugenden auch die TL von Suzuki, deren verschwinden viele gar nicht registriert haben.

Beim Langstreckentest von MOTORRAD gab es nach 50.000 Kilometern am ausgeklügelten Innenleben des Motors nichts zu beanstanden. Der 90° V-Twin hinterließ den Eindruck, als könne er ohne Überholung mindestens noch einmal die gleiche Distanz überstehen. Von der Qualität schien auch Honda selbst überzeugt zu sein und veränderte seit ihrem Erscheinen wenig: Ab 1998 sorgte ein ungeregelter Katalysator in der Auspuffanlage für bessere Emissionen, ab dem Jahrgang 2000 wurden die vorderen Bremsscheiben geringfügig leichter.

    • Honda VTR 1000F, SP-1 und SP-2

      Auf diesen Seiten gibt es Informationen, zu den beliebten V2-Motorrädern von Honda. Während die VTR 1000 F "Firestorm" als sportlicher Tourer das Modellprogramm bereicherte, zielte Honda mit der SP-1 und deren Nachfolger SP-2 vor allem auf Rennstreckenfahrer. Die Antwort der Japaner auf Ducati und Aprilia zeigte sich nicht immer perfekt, aber leistete trotzdem vor allem bei Fans Überzeugungsarbeit, die von italienischen Motorrädern weniger überzeugt waren.
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